003 – YOUR SEX

In der dritten Folge meiner Blogserie „YOUR SEX“ durfte ich diesmal meine liebe Freundin K. aus Berlin interviewen. Besonders spannend und lehrreich für mich, da sie in Bezug auf Freiheit in der Sexualität, mir schon noch einiges Voraus hat. Also sei gespannt. Ich finde es immer wieder so wundervoll, wie vielfältig unsere Sexualität sein kann. Weg von Stereotypen und dem, wie uns die Pornoindustrie Sex vorlebt.

  1. Wie fühlt sich ein Orgasmus für dich an? Beschreibe es!

Sie lacht. Ach, du lieber Himmel. Du stellst mir Fragen. Das Beschreiben ist schwer. Irgendwie als würde ich fliegen.

Es gibt zwei Arten von Orgasmen für mich. Der Äußere an der Klitoris. Dieser wird auch irgendwann schmerzhaft, wenn man nicht aufhört.

Der Innere fühlt sich wie ein Erdbeben an. Die Welt verschwindet. Es zählt nur das Gefühl. Das Gehirn setzt aus. Der Körper bebt. Man nimmt von Außen nichts mehr wahr. Ich hatte ihn jetzt drei Mal und ich war jedes Mal von meinen Gefühlen einfach so überwältigt, dass ich weinen musste. Das geht aber nur mit einem Menschen, dem man absolut vertraut.

  1. Welche Orgasmen hattest du bisher? Klitoral, vaginal oder einen Zervix-Orgasmus?

Auf jeden Fall klitoral.

Selbst zugefügt konnte ich noch den vaginalen Orgasmus erreichen.

Und ich denke es gibt noch den G-Punkt-Orgasmus. Da hatte ich einen Freund, der konnte ihn mir wirklich jedes Mal mit dem Fingern aktivieren.

Und ich glaube das Erdbeben war der Zerfix.

Den Analen gibt es auch noch. Den hatte ich auch schon.

Also hatte ich schon alle.

  1. Mit wie vielen Männern hast du bisher geschlafen?

Soll ich nachzählen?

Ungefähr 35. Ich habe mir mal eine Liste dafür gemacht.

  1. Wie viele Männer davon haben dich zum Orgasmus gebracht?

Ach du heilige Scheiße.

20-25 vielleicht. Aber ich habe manchmal selbst mitgeholfen. Warum sollte ich mit jemanden ins Bett gehen, der nicht in der Lage dazu ist, mich zum Orgasmus zu bringen?

Wenn du merkst, das wird nichts, dann kannst du zum Beispiel in der Missionarstellung ganz gut nachhelfen. Du schiebst deine Hand zwischen euch und kannst so seinen Schwanz zwischen zwei Finger klemmen und dich gleichzeitig klitoral stimulieren. Und er denkt, du machst es für ihn.

Es liegt ja nicht immer an den Männern, dass die Frauen keine Orgasmen haben. Manchmal ist die Frau einfach nicht bei der Sache, nicht voll entspannt und mit den Gedanken woanders. Da kann der Mann machen, was er will. Das funktioniert dann trotzdem nicht. An solchen Tagen klappt es auch bei mir selber nicht.

Ganz wichtig finde ich auch, dass man danach mit dem Partner darüber spricht. Und man sich zur Not auch gemeinsam erkundet.

Also ich kann jedem nur den Tipp geben, sich mit seiner Frau oder Freundin hinzusetzen oder hinzulegen und sich von dem Partner zeigen zu lassen, wo er es gern hat, wie er es gern hat.

Aber manche Frauen wissen das ja nicht, das ist ja glaube ich das Problem. Also ich konnte früher nicht sagen, was der Mann machen soll.

Aber du hast doch gemerkt, was dir gefällt und was nicht?

Ja, da hat man schon mal gesagt, da weiter machen oder so.

Genau das ist der Punkt. Und nur so kann der Mann lernen, wo es und wie es eine Frau mag. Und genauso ist es auch anders herum. Ich bin bei den Männern nur so gut, weil ich von einem Mann gelernt habe. Und ich kann jeden, wenn er will, um den Verstand bringen.

  1. Wann hattest du dein erstes Mal?

Mit 14.

  1. Wie war dein erstes Mal und erinnerst du dich gerne daran?

Langweilig.

Na mir hat es nichts gebracht. Für mich war es langweilig und nicht so, wie man es erzählt hatte, mit dem großen Wow. Es war schnell vorbei. Es hat mir persönlich wirklich nichts gegeben. Mein erstes Mal war mit meinem damaligen Freund, mit dem ich drei Monate zusammen war. Das Ganze war eben einfach nicht spektakulär. Ich muss sagen, mit jedem weiteren Mal, wurde der Sex sozusagen besser.

  1. Bist du schon einmal sexuell belästigt worden?

Nein.

  1. Welches war der außergewöhnlichste Ort, an dem du Sex hattest?

Ort?

Am Strand vor Hunderten von Badegästen. Im Wasser. Er lag am Boden und ich saß auf ihm drauf. Keiner hat’s gemerkt. Sie grinst.

Ich hatte viele verschiedene Orte, aber das war wirklich der Spektakulärste.

  1. Wie oft mastubierst du?

Naja, durch meine Erkrankung nicht mehr so oft. Also früher war es deutlich häufiger. Jetzt ist es vielleicht so zwei bis drei Mal im Monat. Damals war es eher so zwei, drei Mal die Woche.

  1. Was war dein schlechtester Sex?

Mit einem Footballspieler. Weil ich nicht gemerkt habe, ob er in mir drin ist oder nicht. Der war leider so klein, dass ich ihn nicht spüren konnte.

  1. Was ist deine geheimste Sexfantasie?

Mmh. Das ist schwierig.

Da ich ja eine leicht SM-Neigung (Anmerkung: Sadomasochismus) habe, ist es eigentlich einen Sklaven zu haben, der eine eigene Sklavin hat, die ich über ihn dominieren kann.

Im normalen Sexbereich habe ich glaube ich alles ausprobiert, was irgendwie geht. Für Kamasutra bin ich vielleicht etwas zu unbeweglich. Da ist für mich ein guter Orgasmus einfach viel wichtiger als spezielle Praktiken oder so.

Da ich SM viel ausprobiert habe, gibt’s da auch nicht mehr viel. Eben diese eine Sache, die ich wirklich spannend finden würde.

  1. Was war dein bester Sex?

Mit der großen Liebe. Da war so viel Vertrauen da, dass es der absolute Orgasmus für mich war. Die absolute Hingabe.

Also hat es gar nichts mit einer Stellung oder so zu tun?

Nein. Ich glaube einfach, dass wenn man so vertraut ist und so liebt, öffnet man sich komplett und hat damit das schönste Erlebnis überhaupt. Egal wo es oder wie es stattfindet.

Wir hatten zum Beispiel auch Telefonsex, und ich hatte das Gefühl am Telefon, er würde neben mir liegen und mich befriedigen, obwohl es nicht er war, sondern ich.

Also das habe ich noch nie im Leben sonst so erlebt. So intensiv wie mit ihm. Da war es völlig egal, was es war.

 

Ich danke dir vielmals meine liebe K. für deine kleine Nachhilfestunde!

 

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Foto by Joana Noske.

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