Die Beziehung zwischen Mann und Frau

Weiblichkeit. Männlichkeit.

Ohnmacht. Unterdrückung. Abhängigkeit. Wut. Trauer. Macht. Schmerz. Manipulation. Angst. Hilflosigkeit.

Es gibt eine Vielzahl an schlimmen Worten, die unsere Beziehung zum Mann, zu Männern, beschreiben. Sie lassen mich ein tiefes Misstrauen verspüren, obwohl ich mich mit aller Kraft dagegen wehre.

Google ist so schlau und zeigt mir ganz viele Vergewaltigungsmeldungen an, nur weil ich ein einziges Mal danach gesucht habe. Mein Facebook-Account ist voller gesponserter Beiträge, die für die Befreiung der Frau kämpfen.

Kampf überall. Mehr Gleichberechtigung. Unerhört dieser Sexismus und das im 21. Jahrhundert.

Deine Beziehung zu dir selbst

Da kann ich so viel ich möchte mit mir selbst im Reinen sein, aber in der Begegnung mit einem Mann werden diese alten Wunden oft wieder aufgerissen. Was nützt es, wenn ich mich wundervoll selbst befriedigen kann, wenn ich am Ende doch alleine schlafen gehe?

Zu Frauen bauen wir immer vertrautere Beziehungen auf. Wir haben es erkannt, dass uns diese Gemeinschaft stärkt. Dass sie uns nährt, uns Nähe und Liebe schenkt. Wir haben verstanden. Und so entstehen überall neue Frauenkreise, Frauennetzwerke und Festivals oder Workshops, die uns helfen unsere weibliche Seite wieder zu entdecken.

Doch was nützt es, wenn wir uns am Ende doch bekriegen?

Wir können uns abkapseln, das Leben rosarot malen und uns vormachen, dass alles gut ist, so wie es ist. Doch wir werden uns niemals wirklich ganz fühlen, wenn wir nicht auch unsere Beziehung zur Männlichkeit heilen. Sowohl in uns selbst, als auch in der Interaktion mit dem anderen Geschlecht. Nur dann werden wir wirklich frei sein können.

Mir kommt erst die Facebook-Unterhaltung aus dieser Woche in den Sinn, bei der ich das Wort „erbärmlich“ im Zusammenhang mit einem männlichen Verhalten verwendet habe. Das Verhalten dieser Männer heiße ich immer noch nicht gut, aber letztendlich wäre das richtige Wort dafür eher todtraurig gewesen. Todtraurig, wie abgeschnitten wir Menschen von unserer wahren Essenz und unserer Liebe sein können.

Und mit unserem Hass, unserer Wut, unserer Empörtheit schaukeln wir uns hoch und merken dabei selber nicht, wie sich auch unsere Herzen schließen und kalt werden.

Danke für die vielen tollen Männer in meinem Leben

Vor drei Tagen schrieb ich in mein Dankbarkeitstagebuch „Danke für die vielen tollen Männer in meinem Leben.“ Und Freitag durfte ich eine Kakaozeremonie von Kathrin Ismaier besuchen, bei der Männer und Frauen ihre Herzen geöffnet haben. Wo kein Misstrauen mehr da war, sondern nur gegenseitiger Respekt und Liebe.

Und so habe ich das starke Verlangen, mir die guten, belebenden Momente in mein Gedächtnis zu rufen und nicht immer nur die, wo etwas nicht geklappt hat, wo etwas scheiße war. Ich möchte meine Beziehung zum Mann heilen.

Ich liebe dich

Liebe Männer in mein Leben, danke, dass ihr dieses so sehr bereichert.

Danke, dass du mein Freund bist und für mich da bist, wenn ich eine Schulter zum Anlehnen brauche.

Ich danke dir, dass du nach Lösungsmöglichkeiten mit mir suchst und dir mein Rumgejammere manchmal auch nach dem zehnten Mal noch anhörst.

Oder danke, dass du mein Gepäck trägst oder meine Möbel zusammen baust, auch wenn es mir unangenehm ist und ich am liebsten immer die starke Frau sein möchte.

Ich fühle mich sicher, wenn du mich durch dunkle Gassen nach Hause begleitest.

Ich liebe deinen Humor, bei dem ich vor Lachen schon so oft Tränen geweint habe.

Und danke, dass du mit mir in den Urlaub fährst, feiern gehst oder mich zum Sport motivierst.

Ich danke dir mein Liebhaber, für die vielen Stunden, die du mich liebevoll in deinen Armen gehalten hast. Mir Küsse geschenkt hast und mich zärtlich berührt und gestreichelt hast. Danke für deine unbändige Leidenschaft, dein Verlangen, dass mich unglaublich weiblich fühlen lässt. Auch Danke für die Ekstase, die du mir gebracht hast.

Danke für die Erfahrung, dich tief in mir zu spüren und sich vollkommen vereint zu fühlen.

Mir geht das Herz auf, wenn du mir eine Strähne aus dem Gesicht streichst und mir sagst, wie wunderschön ich bin.

Ich danke dir auch für all die liebevollen Komplimente, die du mir schon gemacht hast. Danke, dass du mir sagst, dass du mich liebst, obwohl ich mich gerade selbst nicht leiden kann. Oder Danke, dass du bei mir bleibst, auch wenn ich dir gerade üble Dinge an den Kopf werfe.

Ich danke dir, dass du mich so sein lässt, wie ich bin. In all meiner Unvollkommenheit.

Danke für deine Inspiration, deine Lebendigkeit, deine Energie, dein Sein.

Danke, dass du da bist und mich in meinem Leben begleitest.

Ich liebe dich.

Ich liebe dich. Auf immer und ewig.