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Es regnet in Strömen als ich am AWESOME PEOPLE Space Berlin ankomme. Freudig wird mir die Tür geöffnet und ich werde zu den anderen, schon wartenden Frauen geführt. Eine positive Energie liegt in der Luft. Ich fühle mich so gleich eingeladen. Wir halten kurz Smalltalk und werden dann schon hinunter in den Seminarraum geführt. Dort wartet Kathi Lena auf uns und ich kann die Liebe, die sie ausstrahlt sofort fühlen. Wir werden zur Begrüßung alle sofort umarmt. Ich fühle mich wie unter Freundinnen.

Der Anfang des Selbstliebe-Workshops

Und sofort geht es los. Wir starten mit einer sehr ruhigen Meditation für mehr Selbstliebe, um uns zu erden. Um anzukommen, runter zu kommen, bei uns zu sein. Um das Hier und Jetzt zu spüren.

Danach ist die Stimmung heiter bis freudig, ich fühle mich auf seltsame Weise sofort verbunden. Die erste Körperübung intensiviert dieses Gefühl noch einmal. Wir fassen uns an den Händen und blicken uns abwechselnd für einige Minuten tief in die Augen.

Man sagt nicht umsonst, die Augen sind das Fenster zur Seele. Es ist gar nicht so leicht für mich so intensiven Blickkontakt zu halten. Meine Wimpern flackern nervös. Jedes Augenpaar ist auf seine ganz eigene Weise faszinierend. Manche Augen strahlen Ruhe und Gelassenheit aus, aus manchen spritzt der Schalk hervor, in anderen glaube ich eine tiefe Trauer wahrzunehmen. Ich möchte mit meinen Augen sagen, du musst nicht traurig sein, ich bin für dich da, ich unterstütze dich. Ich will die Trauer wegwischen. Da kommt mir der Gedanke, vielleicht spiegeln diese Augen auch meine eigene Traurigkeit ein bisschen wieder? Aber ich muss die ganze Zeit lächeln und fühle mich so beseelt.

Ein magischer Moment. Wann dürfen wir denn einem anderen Menschen so offen in die Augen schauen, ohne dass er sich angestarrt und vielleicht sogar belästigt fühlt? Es ist so aufregend. Ich möchte alles in mich aufsaugen. Möchte Liebe schenken. Möchte da sein und präsent sein.

Thema Partnerschaft & Sexualität

Als wir dann ins Thema einsteigen, uns vorstellen und unsere inneren Ängste und Schwierigkeiten offenbaren, fällt es mir gar nicht mehr schwer. Ich weiß noch, im August dieses Jahres habe ich schon einmal an einem Selbstliebe-Workshop teilgenommen, und ich habe mein Orgasmusproblem noch nicht einmal über die Lippen gebracht. So gehemmt, beklemmt und beschämt habe ich mich gefühlt.

Aber umso öfter man es übt, umso leichter fällt es von Mal zu Mal. Und es ist wie ein Zauber. Fängt eine Frau an sich zu offenbaren, ist es wie eine Kettenreaktion. Man hat plötzlich auch etwas zu sagen, und hat das Gefühl, es ist wichtig, was man sagt und dass es den anderen hilft. Und plötzlich erkennt man sich selber in den anderen Frauen. Wir sind alle so unterschiedlich und doch so ähnlich. Diese Kraft, die unter liebenden Frauen entsteht ist verbindend, erdend, vereinend und eigentlich noch viel größer als das sie in Worte gepackt werden könnte. Man kann es eigentlich nur selber erleben und spüren.

Körperübung für mehr Selbstliebe

Die nächste Körperübung für Selbstliebe lässt mich meine Grenzen, aber auch mein Entwicklungspotential entdecken. Es geht um das Geben und Nehmen. Es ist schwierig für mich anzunehmen. Ich fühle mich immer gleich verpflichtet etwas zurück zu geben. Deswegen möchte ich gerne mit dem Geben anfangen. Zunächst unterstützen wir unsere Partnerin bei der Atmung. Mir tun die Arme recht schnell weh, aber ich möchte keine Spielverderberin sein. Ich möchte meiner Partnerin doch so gerne ein schönes Erlebnis bescheren.

Kathis Stimme begleitet uns die ganze Übung. Streicht meine Sorgen hinfort, dass ich es vielleicht nicht gut genug mache, dass meine Partnerin komisch von mir denken könnte, als ich mich an ihrem Rücken ausprobieren soll. Kathis Stimme gibt mir Halt, unterstützt mich, führt mich in das Genießen des Gebens. Oft gibt man nur, weil man etwas zurückhaben möchte. Heute erlebe ich wieder, wie befriedigend das Gefühl des Gebens ohne Erwartungen sein kann. Unglaublich befriedigend.

Nun das Nehmen. Es fällt mir leichter als gedacht, weil ich ja davor erleben durfte, dass man auch beim Geben beseelt sein kann. Also habe ich zumindest kein schlechtes Gewissen. Was mir noch schwer fällt, ist meine Wünsche zu äußern. Dass ich die Daumen gerne stärker spüren würde zum Beispiel. Aber ich versuche nicht böse auf mich zu sein. Zumindest erkenne ich es jetzt schon. Immer wieder passiert es mir, dass ich meinen Atem dem meiner Partnerin anpasse, dabei soll es anders herum sein. Der Gebende atmet mit dem Nehmenden. Also kämpfe ich mich zurück zu meinem eigenen Atem und bin stolz auf mich, es im Kleinen zu üben. Und es funktioniert. Meine Partnerin passt sicher wieder meinem Atem an.

Zum Schluss dürfen wir noch unseren Kopf in den Schoß unserer Partnerin betten. Ich möchte, dass sie ihre Hände auf mein Dekolleté legt. Ich zeige es ihr, traue es mich aber noch nicht zu sagen. Das nächste Mal traue ich mich. Und wenn es das nächste Mal nicht klappt, dann klappt es irgendwann später. Ganz bestimmt.

Wir reden über unser Erlebtes bei einer Tasse Kakao und Keksen. Es ist, als ob wir uns schon ewig kennen würden und nicht erst ein paar Stunden.

Journaling

Als nächstes hilft uns Kathi mit geführtem Journaling unsere Ängste und Zweifel, aber auch Träume und Lösungswege niederzuschreiben. Und wieder trifft sie genau den Kern. Genau die richtigen Fragen. Leitet uns, führt uns auf unserem Weg.

Meditation, Gesang und Tanz

Nach einer entspannten letzten Meditation, um unsere Probleme hinter uns zu lassen, sitzen wir abschließend noch ein letztes Mal im Kreis und singen und tanzen zusammen. Mein Glaubenssatz war lange, dass ich nicht singen kann, aber heute ist mir das egal. Ich möchte einfach nur diese Verbundenheit spüren. Und da alle so eifrig mitmachen, traue ich mich sogar noch zu trommeln. Es ist eigentlich so traurig, dass wir diese Verbundenheit in unserer heutigen schnellen, auf Effizienz getrimmten Welt, kaum noch spüren können. Aber umso dankbarer bin ich, dass es Menschen wie Kathi gibt, die uns den Weg zu dieser verschlossenen Welt wieder öffnen. Eine Welt in der nur Liebe und Dankbarkeit und Miteinander herrscht. Wo man nur helfen und unterstützen möchte. Und ein bisschen ahnen kann, warum unsere Urstämme damals nur gemeinsam überleben konnten.

Liebste Kathi, danke für die schönen Stunden, die du uns beschert hast. Danke für deine Liebe, die du uns schenkst. Danke für deine Fürsorge, deine Kraft und deine heilende Ruhe. Auch Danke ihr lieben anderen wunderschönen Frauen, die ihr da wart und diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen habt. Ich danke euch allen und werde lange davon zehren.

 

Foto by Chrisportrait. Model Kathi Lena. www.kathilena.de